Warum bio-vegane Ernährung zentral in unserer Bildungsarbeit ist

Bildung zum Schutz der Erde ist eine Bildung, die Menschen hilft, alle ihre Beziehungen zu reflektieren – zu sich selbst, zu Mitmenschen, zu Tieren, zur Natur und zu Mutter Erde.
Sie ist eine Bildung, die auf der Goldenen Regel beruht und weit über das hinausgeht, was klassische Umweltbildung oder nachhaltige Entwicklung vermitteln können.

Denn es geht nicht nur darum, dass die Menschheit überlebt, sondern darum, dass alles Leben geachtet wird. Dass wir mitfühlend handeln, wo andere Lebewesen betroffen sind. Dass wir uns als Teil einer Mitwelt begreifen, nicht als Herrscher einer Umwelt.

In diesem Verständnis nimmt die Frage, was wir essen und wie wir essen, eine tiefere Bedeutung an. Ernährung ist kein rein privater Akt. Sie ist Ausdruck unserer Beziehung zu allem Lebendigen.

Genau deshalb bieten wir bei Schützer der Erde seit mehr als zehn Jahren in all unseren Bildungsprojekten ausschließlich bio-vegane Ernährung an.

Ernährung als gelebte Achtung allen Lebens

„Unsere Vision ist eine gewaltfreie, friedliche Erde, auf der Menschen, Tiere und Natur in Einheit, Liebe und gegenseitiger Achtung zusammenleben.“

Wir können nicht von Achtung allen Lebens sprechen und gleichzeitig Mahlzeiten anbieten, für die Tiere leiden mussten oder Natur zerstört wurde.

Unsere Vision fordert Kohärenz: eine Übereinstimmung zwischen innerer Haltung und äußerem Handeln. In diesem Artikel erläutern wir näher, was alles damit zusammenhängt und warum wir bio-vegan Ernährungsbildung als aktiven Beitrag zum Frieden verstehen.

1. Frieden mit dem Klima: Wirkungsvoller als viele politische Maßnahmen

Friedenswirkungen veganer Ernährung 1-KlimaschutzEine der umfassendsten Metastudien (Poore & Nemecek, University of Oxford, 2018) zeigt, dass pflanzliche Ernährung den ökologischen Fußabdruck drastisch senkt.Wenn wir über Frieden sprechen, dürfen wir nicht nur an Abwesenheit von Krieg denken.
Frieden bedeutet auch, zukünftigen Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen und Menschen aus dem globalen Süden, die bereits jetzt stark vom Klimawandel betroffen sind, nicht ihrer Lebensgrundlagen zu berauben.

 

2. Frieden durch Gerechtigkeit: Ernährung für alle

Friedenswirkungen veganer Ernährung 2-Flächenverbrauch

Heute werden riesige Ackerflächen genutzt, um Futtermittel für Tiere anzubauen – statt Nahrung für Menschen. Dabei gehen enorme Mengen an Kalorien verloren: Aus 100 pflanzlichen Kalorien werden im Schnitt nur 10–30 tierische Kalorien.

Wenn wir direkt pflanzliche Lebensmittel essen, brauchen wir viel weniger Fläche und Wasser, und dieselben Böden können deutlich mehr Menschen ernähren.

Eine Ernährung, die mehr Menschen versorgen kann und weniger Ressourcen verschwendet, ist deshalb eine zutiefst friedensstiftende Handlung.

3. Frieden mit den Wasserressourcen

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Und doch wird unvorstellbar viel Wasser in der Tierproduktion verbraucht und verschmutzt – weltweit, jeden Tag.

Friedenswirkungen veganer Ernährung 3 Wasser

Können wir uns das angesichts unserer knappen Süßwasserressourcen wirklich leisten? Eine Ernährung, die weniger Wasser beansprucht, ist ein Beitrag zu einer gerechten, solidarischen Weltgemeinschaft, die nicht sehenden Auges Konflikte um Wasser produziert.

4. Frieden mit Tieren: Eine Frage der Ethik

Die Haltung sogenannter „Nutztiere", vor allem in der industriellen Form, steht im Widerspruch zu jeder Form der Achtung allen Lebens.
Jede pflanzliche Mahlzeit ist daher ein Beitrag zu einer Welt, in der weniger Leid und weniger Gewalt geschieht.

Friedenswirkungen veganer Ernährung 100 Tiere werden verschont pro JahrDie Zahlen der getöteten Tiere für unsere Ernährung sind gigantisch. Wenn uns die Würde und das Lebensrecht von Tieren wichtig sind, sollten wir damit aufhören, sie als Objekte zu behandeln – und da macht jede pflanzliche Mahlzeit einen Unterschied!

5. Frieden mit unserem eigenen Körper: Gesundheit 

Frieden beginnt auch in uns selbst. Unser Körper ist Teil der Mitwelt – ein lebendiges System, das auf Achtsamkeit, gute Nahrung und liebevolle Fürsorge reagiert. Eine vollwertige pflanzliche Ernährung kann Entzündungen reduzieren, das Herz schützen, den Blutzucker stabilisieren und das Risiko vieler Zivilisationskrankheiten senken. Indem wir unseren Körper mit vollwertiger pflanzlicher Nahrung stärken, schaffen wir Bedingungen, unter denen Gesundheit, Lebendigkeit und innere Stärke wachsen können. So wird Ernährung auch hier zu einem Weg des Friedens: Frieden mit uns selbst, mit unserem eigenen Leben, mit dem Wunder unseres Körpers.

6. Frieden mit den Wäldern: Schutz des Amazonas

Regenwälder sind die Lungen der Erde – und gleichzeitig eines der am stärksten bedrohten Ökosysteme. Jeden Tag gehen weltweit rund 80.000 Hektar Regenwald verloren – das entspricht etwa 220 Fußballfeldern pro Minute. (Global Forest Watch)

91 % der Amazonas-Abholzung hängt mit Tierhaltung zusammen.

Der Schutz der Wälder ist kein Nebenschauplatz, sondern eine Grundvoraussetzung für Frieden – mit indigenen Gemeinschaften, deren Lebensräume bedroht werden, und mit den unzähligen Tier- und Pflanzenarten, die in ihnen ihr einziges Zuhause haben.

 

7. Frieden mit der Natur: Schutz der Artenvielfalt

Artenverlust ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Nach Schätzungen des WWF sterben täglich bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die UN weisen die industrielle Tierhaltung als einen der zentralen Treiber aus.

Wer Mitweltbildung ernst nimmt, muss Bedingungen schaffen, in denen Vielfalt erhalten bleibt – nicht nur in der Pädagogik, sondern auch im Alltagshandeln.

 

 

Ernährung als Teil einer neuen Bildungskultur

Bildung zum Schutz der Erde ist mehr als Wissensvermittlung. Sie ist eine Bildungskultur, die Menschen darin stärkt, Verantwortung zu übernehmen, Mitgefühl zu leben und die eigene Verbundenheit mit allem Lebendigen zu erkennen. In diesem Verständnis ist bio-vegane Ernährung kein Zusatz, sondern ein zentraler Ausdruck unserer Werte: Achtsamkeit, Liebe und die Bereitschaft, das eigene Handeln als Beitrag zu einer friedlicheren Welt zu verstehen.

Darum bieten wir seit über zehn Jahren in all unseren Bildungsprojekten ausschließlich bio-vegane Ernährung an. Nicht, um jemandem etwas aufzuzwingen – sondern als Einladung, eine Form des Essens auszuprobieren, die konsequent Achtung allen Lebens verkörpert. Wir erklären, warum Ernährung ein so wirksamer Hebel für Frieden mit Tieren, Natur und Menschen ist, und wir schaffen Erfahrungsräume, in denen Kinder, Jugendliche und Erwachsene selbst spüren können, was dieser Weg verändert.

Einladung zum Weiterdenken

Wir sind überzeugt: Viel mehr Bildungseinrichtungen könnten den Mut haben, eine solche Ernährung als Werteangebot einzuführen. Nicht verpflichtend, sondern als inspirierende Orientierung – als Möglichkeit, gemeinsam zu erforschen, wie sich Ernährung, Ethik und Friedensbildung verbinden lassen.

Ernährung allein wird die Welt nicht retten. Aber sie ist ein machtvoller Anfang – ein alltäglicher Schritt, mit dem wir heute leben können, was wir uns für die Zukunft wünschen. Seit über zehn Jahren gehen wir diesen Weg. Und wir laden dich ein, ihn mit uns weiterzugehen.

 

Weitere interessante Beiträge für Dich

Versöhnung als Friedenskompetenz

Friedenskompetenzen stärken

Friedenskompetenzen stärken Wir leben in einer Zeit, in der weltweit Milliarden in Aufrüstung, Waffen und militärische „Kriegstüchtigkeit“ fließen.Doch echte Sicherheit

Mehr erfahren »

Schreibe einen Kommentar

Jetzt als Glücksbringer mit 1 Euro pro Monat

Leben retten und die Erde schützen